Historie

Kurze Geschichte einer langen Entwicklung

Auch wenn es „unser“ Daten­bank­management­system nicht annähernd zu vergleichbarer Bekannt­heit gebracht hat, beginnt seine Geschichte doch etwa zu derselben Zeit, als die ersten Proto­typen relationaler Daten­bank­systeme an der University of Berkely sowie im IBM San Jose Research Center (heute IBM Almaden Research Center) auf Basis der Forschungs­arbeiten von Edgar F. Codd entwickelt werden, namentlich Ingres und System R (Vorläufer von SQL/DS und DB2). Unter Leitung von Dr. Rudolf Munz wird 1977 an der TU Berlin ein Forschungs­projekt zur Entwicklung eines verteilten Datenbank-Management-Systems ins Leben gerufen.

Wo alles begann: Berlin

Das System VDN (Verteilte Datenbank­systeme Nixdorf) wird gemeinsam mit der Nixdorf Computer AG als Industrie­partner entwickelt. 1981 übernimmt die Nixdorf das Entwicklungs­team. Etwa 1983 beginnt die Vermarktung des Produkts auf den ersten Unix-Systemen (Targon-Serie) von Nixdorf, nacheinander unter den Namen Reflex, RDS (Relationales Datenbank­system) und DDB/4 (Distributed Database 4th Generation). Für die Mainframe-Rechner von Nixdorf (8890) werden DDB/4-Portierungen für die Betriebs­system­platt­formen IBM VM, IBM DOS/VSE, IBM MVS und Siemens BS 2000 sowie Digital VMS durch­geführt. Die portierte Software wird auch von Cincom unter dem Namen Supra 2 vertrieben. Um die Datenbank­entwicklung einfacher outsourcen zu können, wird sie in eine Nixdorf-Tochter­gesellschaft überführt, die SQL Datenbank­systeme GmbH.

Von Nixdorf über SNI zur Software AG

1989 übernimmt Siemens die Nixdorf Computer AG und führt sie unter dem Dach der Siemens Nixdorf Informations­systeme AG (SNI) weiter. DDB/4 wird ab 1990 an die Software AG lizenziert. Sie verfolgt das Ziel, eine moderne Datenbank-Plattform für das SAP R/3-System anzubieten. Die Vermarktung durch die Software AG erfolgt anfänglich unter dem Namen Entire SQL-DB, später unter dem Marken­namen Adabas D. 1992 geben die Software AG und die SAP AG eine Kooperation bekannt. Ziel der Zusammen­arbeit ist die Bereitstellung von Adabas D als leistungs­fähige und kosten­effiziente Datenbank­alternative für die Kunden des SAP-Anwendungs­systems R/3. 1994 übernimmt die Software AG die SQL-Datenbank­systeme GmbH von Siemens-Nixdorf inklusive der zugehörigen Produkt­rechte. Im selben Jahr wird Adabas D für das Daten­management der SAP ERP-Software zertifiziert.

Von Darmstadt nach Walldorf

1997 übernimmt die SAP AG die Produkt­rechte sowie einen Großteil des Entwicklungs­teams und vermarktet das Produkt fortan unter dem Namen SAP DB. Erklärtes Ziel von SAP ist es dabei, den Wett­bewerb im Datenbank­umfeld anzufachen und die Dominanz von Oracle in der SAP-Kunden­basis zu schwächen. Infolge­dessen veröffentlicht SAP im Oktober 2000 SAP DB Version 7.3 unter einer Open-Source-Lizenz (GNU GPL).

Ausflug in die Open-Source-Arena

2003 gehen die SAP AG und MySQL AB eine Vertriebs- und Entwicklungs­kooperation ein, in deren Rahmen SAP DB ab der Version 7.5 als MaxDB by MySQL vermarktet wird. Support und Weiter­entwicklung von MaxDB verbleiben jedoch bei SAP. Die Vertriebs- und Entwicklungs­kooperation mit MySQL AB wird im Jahr 2007 einver­nehmlich beendet. Aus diesem Grund wird SAP MaxDB ab der Version 7.6 nicht mehr quelloffen unter GPL angeboten. Als Alternative stellt SAP aber eine kostenlose Community Edition unter einer Community License für die unein­geschränkte Nutzung von MaxDB außerhalb von SAP-Anwen­dungen bereit. Zeitgleich werden Lizenz- und Wartungs­konditionen für die Nutzung von SAP MaxDB in Verbindung mit SAP-Anwendungen deutlich attraktiver gestaltet (bis heute ist MaxDB die kosten­günstigste DBMS-Variante für SAP-Applikationen).

Vermarktung außerhalb der SAP-Welt

Ende 2013 erteilt die SAP AG erstmals einem Reseller das Recht zum kommerziellen Vertrieb von MaxDB. Der Kölner SAP-Partner Infolytics AG wird weltweit erster OEM für die SAP-Datenbank und darf sie im Bundle mit der Eigen­entwicklung Mobile DB Monitor als SAP MaxDB Enterprise Edition vermarkten. Im Unterschied zur – technisch identischen – Community Edition ist diese Lizenz mit einem Wartungs­vertrag verbunden, der einen durch die SAP rück­gedeckten Helpdesk-Support beinhaltet.